Stiftung Warentest Federkernmatratzen Test 2014

Stiftung Warentest Federkernmatratzen Test 2014

Boxspringbetten TestsiegerIm letzten großen Matratzentest überprüfte Stiftung Warentest acht Boxspringbetten, sieben Kaltschaummatratzen, fünf Latexmatratzen und auch vier Federkernmatratzen, die allesamt mit GUT (2,4 bzw. 2,5) bewertet werden und preislich zwischen 250 und 500 Euro liegen, was recht günstig ist. Interessant ist bei den Federkernmatratzen vor allem, wie sie bei den Eigenschaften im Vergleich zu den anderen beiden Matratzentypen bewertet werden und ob die Federkernmatratzen als Teil eines Boxspringbetts besonders gut zur Geltung kommen können.

Was zeichnet eine gute Federkernmatratze aus?

Eine gute Matratze ist laut Stiftung Warentest sowohl für Seiten- als auch Rückenschläfer gleichermaßen gut geeignet und stützt den Körper in beiden Lagen gut ab. Wie es sich hierbei bei Federkernmatratzen verhält und welche Vor- und Nachteile Stiftung Warentest diesem Produkt mit immerhin einem Marktanteil von 20 Prozent bescheinigt, erfahren Sie in den folgenden Zeilen.

Die Stärken von Federkernmatratzen

1. Die gute Punktelastizität

Bei Matratzen mit einem Tonnentaschenfederkern sind die Stahlfedern einzeln in kleine Stofftaschen verpackt, die miteinander verbunden sind. Die altbekannten Bonellfedern hingegen waren direkt miteinander verbunden und somit reagierte eine Federkernmatratze mit einem Bonellfederkern als Ganzes auf Belastung. Diese Eigenschaft bezeichnet man auch als Flächenelastizität. Diese Matratzen gibt es heute kaum noch. Stattdessen haben fast alle Federkernmatratzen besagte Tonnentaschenfedern im Kern, die genau dort nachgeben, wo eine Belastung stattfindet, sie reagieren also punktelastisch.

Kauftipp:

Achten Sie bei Federkernmatratzen auf den richtigen Härtegrad. Da es hierbei keine Norm gibt, sollten Sie sich genau erkundigen, für welches Gewicht und welchen BMI eine Matratze jeweils geeignet ist. Den vollen Komfort und die höchste Punktelastizität erreicht man dann, wenn eine Tonnentaschen Federkern Matratze Teil eines Boxspringbett Systems ist.

2. Der Feuchtigkeitstransport

Auf Grund ihres offenen Aufbaus kann Feuchtigkeit schnell entweichen und die Luftzirkulationseigenschaft ist ebenfalls gut. Somit eignen sich Federkernmatratzen besonders gut für Menschen, die zu starkem Schwitzen neigen. Nicht nur beim Luft- und Feuchtigkeitsaustausch haben Federkernmatratzen gegenüber Latex und Kaltschaum große Vorteile, sondern auch bei der Haltbarkeit der Matratze aufgrund des raschen Abtransports des Wassers.

Kauftipp:

Wer besonders viel Wert auf kühles und trockenes Liegen legt, nimmt am besten eine Federkernmatratze mit einem Mantel aus Klimalatex oder alternativ eine Matratzenauflage mit Klimalatex, einen sogenannten Topper.

3. Die geringe Wärmedämmung

Die guten Eigenschaften beim Feuchtigkeitstransport gehen einher mit einer geringen Wärmedämmung. Deshalb eignen sich Federkernmatratzen vor allem für Menschen, die bei einer relativ niedrigen Temperatur schlafen möchten.

Kauftipp:

Wie beim Kauf eines gesamten Bettes, so gilt auch bei der Anschaffung einer Federkernmatratze, dass eine eingehende und ausführliche Beratung das A und O sind, um eine optimale Schlafstätte zu haben.

Die Schwächen von Federkernmatratzen

1. Die geringe Wärmeisolierung

Die guten Eigenschaften beim Luft- und Feuchtigkeitsaustausch bedeuten auch gleichzeitig, dass eine Federkernmatratze kein besonders guter Wärmespeicher ist.

Kauftipp:

Der Kaltschaummantel einer Federkernmatratze ist an sich weder besonders kühlend noch besonders wärmespeichernd. Wer es ausgesprochen warm im Bett mag, wählt zu der Federkernmatratze deshalb am besten einen Viscotopper, der die Wärme besonders gut speichert.

2. Mögliche Kuhlenbildung

Im Schaumstoffmantel um den Kern kann sich nach einiger Zeit durch Wärmeeinfluss und Schweiß Kuhlen bilden.

Kauftipp:

Achten Sie deshalb darauf, dass im Mantel hochwertiges Material verarbeitet ist, wie z.B. hochelastischer Kaltschaum und nicht der billige sogenannte „Komfortschaum“. Durch ausreichende Belüftung und die Wahl des richtigen Härtegrads einer Matratze lässt sich ebenfalls eine übermäßige Abnutzung vermeiden.

3. Das Gewicht

Bemängelt wird weiterhin das relativ hohe Gewicht von Federkernmatratzen.

Kauftipp:

Es gilt zwar nicht, je schwerer desto besser, doch spricht ein gewisses Gewicht einer Matratze auch dafür, dass hochwertige Materialien wie Kaltschaum und Stahlfedern verwendet wurden.

Fazit

Bei der geringen Zahl von nur vier getesteten Federkernmatratzen, die zudem allesamt keine neuen Modelle waren, sondern bereits im Test 4/2013 überprüft wurden, fiel auf, dass nicht alle Matratzen für alle Personen gleichermaßen geeignet waren. Statur, Gewicht und Körpergröße bestimmen demnach den erzielten Komfort.

Kauftipp:

Der Vorteil von Tonnentaschenfederkernmatratzen ist das punktelastische Liegen. Zudem sollte eine gute Federkernmatratze über sieben verschiedene Zonen verfügen, damit sowohl eher leichte als auch eher schwere sowie besonders exponierte Körperregionen gut abgestützt werden. Den höchsten Komfort erzielt man nach unserer Erfahrung dann, wenn die Federkernmatratze zusammen mit einer dünnen Matratzenauflage, einem sogenannten Topper, verwendet wird bzw. die Matratze Teil eines Boxspringbett Systems ist.